Generischer Prozess
Idealtypische Abläufe zur Bewältigung von Infektionsgeschehen im Hafenärztlichen Dienst
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Hintergrund
Ein zentraler Bestandteil des Projektes bestand darin, bestehende Abläufe in den Hafenärztlichen Diensten zu analysieren und zu harmonisieren. Mittels Interviews wurden die Zuständigkeiten und Tätigkeiten der Akteure erhoben. Basierend auf den Erkenntnissen aus den 5 Standorten wurde ein generischer Prozess mit idealtypischen Abläufen für den Hafenärztlichen Dienst konzipiert, der im Verlauf des Projektes in gemeinsamen runden Tischen und Workshops weiterentwickelt wurde.
Der generische Prozess bietet die Grundlage für das Schulungsvideo, das Handbuch und das eLearning (folgt).
Beschreibung des Prozesses
Den Startpunkt für den generischen Prozess stellt in der Regel eine auffällige Seegesundheitserklärung (Maritime Declaration of Health – MDH) dar, die über das zentrale elektronische Meldesystem für den Seeverkehr, das National Single Window (NSW), gemeldet wird. Grundsätzlich verzweigt sich der Prozess an folgenden 3 exklusiven Gateways (entweder/oder) mit richtungsweisenden Leitfragen:
1. Verdacht: Gibt es den begründeten Verdacht eines relevanten Infektionsgeschehens an Bord?
2. Verifizierung: Liegt ein relevantes Infektionsgeschehen vor?
3. Eskalation: Besteht eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit?
In der höchsten Eskalationsstufe werden ab einem vierten parallelen Gateway (und/oder) weitere notfallmedizinische und gesundheitsbehördliche Prozesse bei bereits symptomatischen sowie bei symptomlosen, aber ansteckungsverdächtigen Personen eingeleitet. Notfallmedizinisch liegt ein Augenmerk auf der Sichtung/Begutachtung und Priorisierung erkrankter Personen zur weiteren Behandlung und dem Transport in medizinische Einrichtungen. Der ÖGD führt im Rahmen des Kontaktpersonenmanagements Befragungen krankheitsverdächtiger Personen durch. Diese und weitere Infektionsschutzmaßnahmen werden auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), der IGV sowie weiterer Gesetze und Richtlinien angeordnet und überwacht.
Ein weiterer Fokus bei der Prozessentwicklung lag auf der Identifikation und Beschreibung von Schnittstellen zwischen den Akteuren. So sind eine rechtzeitige und detaillierte Informationsübermittlung sowie stetige Kommunikation von essenzieller Bedeutung. Dies ist insbesondere für Akteure relevant, die im Rahmen ihrer regulären Tätigkeit an Bord gehen und somit frühzeitig über potenzielle Risiken informiert werden müssen, um sich entsprechend schützen zu können.
Gemeinsam für eine sichere Zukunft im Hafen
Prävention, Schutz und Zusammenarbeit stärken die Gesundheitsvorsorge, indem sie frühzeitige Risiken erkennen, schnelle Reaktionen ermöglichen und langfristige Sicherheit für alle Beteiligten im maritimen Sektor gewährleisten.
